April 2022 – Karies-Mythen auf der Spur
Rund um das Thema Karies kursieren viele Irrtümer und Mythen. Wir haben einige davon aufgegriffen und möchten mit ihnen aufräumen.
Irrtum 1: Karies wird vererbt, da kann man nicht viel machen
Tatsächlich hat die Vererbung bei der Entstehung von Karies eine gewisse Bedeutung. Viel entscheidender ist es jedoch, wie gut die Zähne gepflegt werden – denn die Auslöser von Karies (und Parodontitis) sind bakterielle Beläge. Mit einer sorgfältigen Mundhygiene von klein auf und Prophylaxemaßnahmen wie der regelmäßigen professionellen Zahnreinigung können Zähne langfristig gesund erhalten werden.
Irrtum 2: Ohne Zuckerzusatz bedeutet zahnfreundlich
Ohne Zuckerzusatz bedeutet zwar oft, dass die entsprechenden Lebensmittel weniger Zucker enthalten als andere Produkte. Aber der natürliche Zuckergehalt darf nicht außer Acht gelassen werden, zum Beispiel bei Fruchtsäften. Auch der fruchteigene Zucker wirkt zahnschädigend.
Früchte und Fruchtsäfte enthalten meist zudem viel Säure, die die Zähne auf direktem Wege angreift. Hier gilt jedoch wie bei Zucker: Es kommt weniger auf die Gesamtmenge an als auf die Häufigkeit des Konsums bzw. die Kontaktdauer des Zuckers mit den Zähnen.
Irrtum 3: Nur Haushaltszucker ist schädlich
Neben dem Haushaltszucker (Saccharose) sind andere Zuckerarten wie Traubenzucker (Glucose, Dextrose), Fruchtzucker (Fructose), Maltose, Maltodextrin, Invertose, Invertzucker und der Zucker in Honig zahnschädigend.
Irrtum 4: Frühstückscerealien sind zahngesund
In vielen als gesund geltenden Frühstückscerealien wie Müsli ist neben den vielen „guten“ Inhaltsstoffen ein hoher Anteil an mehr oder weniger verstecktem Zucker enthalten – also Zucker, den man dort nicht unbedingt vermutet.
Achten Sie auf die Zutatenangabe auf der Verpackung: Steht Zucker (oft auch in Form von Glucose, Dextrose, Fructose u.v.m.) in der Reihenfolge der Zutaten weit vorn, ist der Anteil im Lebensmittel besonders hoch. Manchmal werden anstelle von Zucker auch Fruchtflocken oder Saftkonzentrate als Süßmacher verwendet. Selbstverständlich sind diese ebenso zahnschädlich.
Ein allgemeiner Tipp
Sie müssen nicht völlig auf Zucker verzichten. Schränken Sie den Genuss von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken ein und probieren Sie Alternativen aus. Achten Sie vor allem darauf, dass Sie bzw. Ihr Kind zuckerhaltige Lebensmittel nicht ständig zwischendurch zu sich nehmen.
Weitere Fragen zur zahngesunden Ernährung beantworten wir Ihnen gern.
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