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Januar 2021 – Weit mehr als Kunst­stoff

Bei einem „Loch im Zahn“ kommen heute anstelle von Amalgam meist Komposite (auch „Composite“) zum Einsatz.

Viele Patienten kennen Komposite unter dem Namen „Kunststofffüllung“. Diese Bezeichnung ist jedoch nicht korrekt, denn bei Kompositen handelt es sich um hochwertige Verbundwerkstoffe (composit, lat. = zusammengesetzt). Hauptbestandteile sind Mineralien wie Quarz und Keramik. Vor allem diese Inhaltstoffe sind es, die Kompositen ihre positiven Eigenschaften verleihen und sie stabiler und haltbarer machen. Kunststoff macht nur noch den geringeren Teil von etwa 20 Prozent aus.

Die Vorteile von Kompositen:

  • Es ist kaum ein Unterschied zur umgebenden natürlichen Zahnsubstanz erkennbar. Im Gegensatz zu früher muss man Zähnen heute also nicht mehr ansehen, dass sie behandelt wurden.
  • Sie sind amalgam- und metallfrei, stabil und haltbar – allerdings nicht ganz so abriebfest und belastbar wie zum Beispiel Keramikinlays.
  • Zur Befestigung im Zahn muss wegen der besonderen Klebetechnik („Adhäsivtechnik“) nur so viel vom Zahn abgetragen werden wie unbedingt notwendig – sogenannte „Unterschnitte“ zur Befestigung der Füllung, wie sie bei Amalgam nötig waren, sind nicht erforderlich. Somit bleibt mehr gesunde Zahnsubstanz erhalten, die Behandlung erfolgt daher minimalinvasiv.

Für viele Zwecke geeignet

Komposite eignen sich besonders für kleinere bis mittelgroße Kariesschädigungen der Backenzähne, für die gut sichtbaren Frontzähne und bei Zahnhalskaries. Außerdem lassen sich mit ihnen abgebrochene Ecken und Kanten von Schneidezähnen unauffällig wiederaufbauen oder Zähne umformen. Auch als Befestigungs- und Verbindungsmaterialien werden Komposite eingesetzt. Komposite sind heute ein wichtiger Bestandteil der modernen Ästhetischen Zahnmedizin.

Aufwendige Behandlung – wichtig für die Haltbarkeit

Die Anfertigung einer Kompositfüllung ist meist aufwendig. Bei allen mittelgroßen und großen Füllungen wird die Füllmasse Schicht für Schicht in den Zahn eingefügt. Zwischendurch wird jede einzelne Schicht mit einem Speziallicht ausgehärtet. Dieser aufwendige Aufbau sorgt dafür, dass die Füllung auf Dauer größenstabil bleibt und keine Randspalte entstehen – eine Voraussetzung für die Haltbarkeit der Füllung und die Vermeidung einer erneuten Karies.

 

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