August 2016 – Sie knirschen mit den Zähnen?
Nach offiziellen Schätzungen knirscht etwa jeder zehnte Erwachsene in Deutschland mit den Zähnen, wobei der Anteil bei den Frauen höher liegt als bei den Männern. Ein häufiger Grund für nächtliches Zähneknirschen ist Stress, den wir förmlich „mit ins Bett nehmen“. Im Schlaf wird der Stress unbewusst an die Kaumuskeln weitergegeben – aus psychischem wird ein physischer Druck. Manchmal sind die Auslöser für nächtliches Knirschen aber auch im Mund selbst zu finden. Zum Beispiel können störende Zahnkontakte der Grund dafür sein.
Folgen des Knirschens
Der Druck, der beim Knirschen oder auch Pressen auf Zähne, Kiefer, Kaumuskeln und Kiefergelenke wirkt, ist in aller Regel wesentlich größer als beim normalen Kauen. Die möglichen Folgen dieser hohen Belastung sind vor allem morgendliche Muskel- und Kiefergelenkschmerzen, Kieferknacken sowie eine Schädigung der Zähne (übermäßige Zahnabnutzung, Risse im Zahnschmelz u.v.m.).
Darüber hinaus zählt Zähneknirschen zu den häufigsten Auslösern einer Funktionsstörung im Kausystem, der sogenannten Craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Diese kann sich durch viele Symptome äußern. Die möglichen Beschwerden reichen von Gesichts- und Kopfschmerzen bis hin zu Migräne, Tinnitus, Schulter-, Nacken- und Rückenproblemen.
Behandlungsmöglichkeiten
Abhilfe kann zunächst eine Knirscherschiene aus Kunststoff schaffen. Sie schützt die Zähne vor Abrieb und entspannt Kaumuskulatur sowie Kiefergelenke. Ergänzend können Muskellockerungs- und -entspannungsübungen helfen. „Abgeknirschte Zähne“ werden gegebenenfalls mit Kompositfüllungen wiederaufgebaut.
Um Kiefergelenksproblemen und einer Craniomandibulären Dysfunktion vorzubeugen bzw. bereits bestehende Beschwerden zu beseitigen, ist zunächst eine genauere Untersuchung erforderlich. Die nachfolgende Behandlung hängt von der individuellen Diagnose ab und kann mit bestimmten Zahnschienen erfolgen. Außerdem ist manchmal neben der zahnärztlichen Behandlung eine Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten oder Physiotherapeuten empfehlenswert oder erforderlich.
Ist Stress bzw. eine psychische Anspannung die Ursache des Knirschens, sollten Sie nach Möglichkeiten suchen, diese abzubauen.
Zur nächsten August-News: Prophylaxe bei Implantatpatienten