Juli 2014 – Mehr als nur „Kunststoff-Füllungen“
Für Füllungen werden heute anstelle von Amalgam meist zahnfarbene Füllungen in Form von Kompositen (auch: Composite) eingesetzt.
Komposite sind auch unter dem Namen Kunststofffüllung bzw. Mehrschichtkunststofffüllung bekannt. Diese Bezeichnungen sind jedoch nicht ganz korrekt, denn Komposite bestehen nicht nur aus Kunststoff, sondern zum überwiegenden Teil aus hochwertigen Mineralien wie Quarz und Keramik. Diese Komponenten sind für die positiven Eigenschaften dieses Füllmaterials hauptverantwortlich.
Vorteile von Kompositen:
- Komposite sind zahnfarben und unauffällig. Es ist kaum ein Unterschied zur umgebenden natürlichen Zahnsubtanz erkennbar.
- Sie sind metallfrei, stabil und haltbar – allerdings nicht ganz so abriebfest und belastbar wie zum Beispiel Keramik.
- Zur Befestigung im Zahn muss wegen der besonderen Klebetechnik („Adhäsivtechnik“) nicht mehr vom Zahn abgetragen werden als unbedingt notwendig – es bleibt mehr gesunde Zahnsubstanz erhalten.
Vielseitig einsetzbar
Komposite sind wertvolle Füllmaterialien und ein wichtiger Bestandteil der Ästhetischen Zahnmedizin. Sie eignen sich besonders für die gut sichtbaren Frontzähne, für kleinere bis mittelgroße Kariesschädigungen der Backenzähne und für die Behandlung von Zahnhalskaries. Außerdem lassen sich mit ihnen abgebrochene Ecken und Kanten von Schneidezähnen unauffällig wieder aufbauen. Weiterhin werden Komposite als Befestigungs- und Verbindungsmaterialien eingesetzt.
Wie werden Kompositfüllungen angefertigt?
- Zur Vorbereitung wird die entsprechende Stelle des Zahnes präpariert und aufgeraut, ein Haftvermittler aufgetragen und die Zahnfläche sorgfältig getrocknet, weil Speichel die Haftung vermindern würde.
- Anschließend erfolgt das schichtweise Einfügen des Komposits, wobei jede einzelne Schicht mit einem Speziallicht gehärtet wird. Dieser aufwendige Aufbau sorgt dafür, dass die Füllung auf Dauer größenstabil bleibt und keine Randspalte entstehen – eine Voraussetzung für Haltbarkeit und die Vermeidung einer (erneuten) Karies.
- Abschließend wird überprüft, ob der Biss (die „Okklusion“) stimmt. Bei Bedarf wird die Oberfläche ein wenig beschliffen und danach poliert, um die Anlagerung von bakteriellen Belägen zu erschweren.
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